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Szenen des Lichts

Tölzer Thomas Müller stellt aus - Tölzer Kurier vom x.x.2004

Gaißach - Atmosphäre einfangen und das Licht besonders in Szene setzen - das ist die künstlerische Zielsetzung der Ausstellung des 21-jährigen Tölzers Thomas Müller in der Gaißacher Kinderfachklinik. Er absolviert dort seinen Zivildienst und möchte danach seine künstlerische Laufbahn an der Fachhochschule München fortsetzen. Einen Abschluss an der Fachoberschule für Gestaltung hat er schon in der Tasche.

"Franz Marc, Kandinsky und Salvador Dalí sind für diese Art von Malen meine Vorbilder", betont er. Seine abstrakten Strichzeichnungen sind bemerkenswert. Sein Handwerk lernte er in der Mal- und Zeichenakademie Enrico Richter in Bichl. "Da habe ich mich auch mit Kubismus, Realismus und Surrealismus auseinander gesetzt." Seine erste Ausstellunge taufte er "Metamorphose" - die Verwandlung. Dass er sich in verschiedenen Kunstrichtungen weiterentwickeln möchte, das steht für ihn außer Zweifel. "Auch Mediendesign in Richtung Film und Werbung kann ich mir vorstellen."

Erste Sporen verdiente er sich mit der Titelblattgestaltung für die Abschlusszeitung der Realschule Hohenburg 2004 und diverse Karikaturen für die Schülerzeitung des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums in Bad Tölz sowie für die Zeitschrift "Fünf-Seen-Land Aktuell".
(hem)

Im Zickzack-Kurs durch Stile und Epochen

Raiffeisenbank in Holzkirchen als Schaufenster für die enorme Bandbreite des jungen Malers Thomas Müller - Holzkirchner Merkur, 11.4.2008

Holzkirchen - In fast allen Stilen und Techniken fühlt er sich zu Hause. Die Bandbreite könnte sich zu seinem Markenzeichen entwickeln. Mit Thomas Müller hat die Raiffeisenbank am Holzkirchner Marktplatz einem jungen Künstler ein Forum geboten, der das Außergewöhnliche in vielen verschiedenen Darstellungsformen sucht. Ob Tusche, Aquarell oder Acryl, auf Holz oder Papier - Müller beherrscht das Handwerkszeug von Malerei und Grafik, besticht durch pompöse Gemälde ebenso wie durch seine Liebe zum Detail.

Seinem Faible für Fantasy-Literatur gibt er in mehreren Bildern Ausdruck und visuelle Kraft. Da wirft die Abendsonne ein märchenhaftes Licht auf J.R.R. Tolkiens Auenland und lässt die Konturen der Landschaft aus dem "Herrn der Ringe" in metaphysischem Glanz erstrahlen. Da stößt aus einem gespenstischen Äther des wabernden Nebels der Turm empor und überragt die geheimnisvoll anmutenden Bergkämme am Horizont. Aber nicht nur Fantasy-Stoff, auch die Welt der griechischen Mythologie taucht in Müllers Bilderreigen auf. Im Kleinformat vergießt die Göttin Athene physisch spürbare Tränen über dem zerstörten Troja.

Seine grosse Stärke entwickelt Müller ohnehin auf kleiner Bühne, mit wenigen, dafür konsequent eingesetzten Gestaltungsmitteln. Die Gesichter seiner "Beduinen" bestechen durch ihre Einzigartigkeit, durch die Ballung psychischer Extreme auf kleinstem Raum. Ineinandergeschachtelt wie Mosaik-Steine, transportiert jede Mimik ihre eigene Geschichte, einen Querschnitt durch die menschlichen Gefühlsregungen. Verschlossen, erstaunt, geheimnisvoll, zuweilen bedrohlich erscheinen diese Gesichter, die trotz ihrer Unterschiede in den Komplementärfarben Violett und Orange in homogenem Gleichgewicht lagern.

In der Kombination der Gestaltungsmittel liegt die besondere Kunst in den Werken Thomas Müllers - wenn er die Kehrseite zeigt und einem reinen Acrylgemälde eine filigrane Kreatur aus monochromer Tusche hinzufügt. Aus einer stilisierten, in Rot und Gelb erglühenden Wüstenlandschaft erwächst zwischen zwei Dünen dieses anmutige Strichgebilde: "Fata Morgana".

So bewegt sich die Ausstellung im Zickzack-Kurs zwischen Stilen und Epochen, um mitunter auch einen Querschnitt in einem Bild zu vereinen. In manchen Werken jedoch bleibt Müller im vorgegebenen Muster, ohne Experiment und Grenzüberschreitung. Ein klassisches Landschaftsaquarell zeigt der "Blick auf den Jaufenpass", der Titel ist Programm bei der "Abstrakten Komposition".

Eindeutig angelehnt an das rätselhafte Traumwerk Salvador Dalís ist das grossformatige Acryl-Gemälde "Glück": Aus einem Klavier rinnt ein Wasserstrahl, darauf thront ein majestätischer Glaspokal - visuelle Metaphern, gegossen in surreales Licht.
(oe)